Triumph TR4 VC Autos heute

Wie sieht es heute mit den ex. TR4 Werkswagen aus?

Die Angaben über den Werdegang der Wagen nach dem Verkauf durch Triumph New York beziehen sich in erster Linie auf Aussagen und Aufzeichnungen von Zeitzeugen sowie Fotomaterial und eigenen Recherchen.
Sie sind sicherlich nicht vollständig und werden bei neuen Erkenntnissen auch aktuallisiert.
Anfang/Mitte der Neunziger Jahre wurden sie nacheinander "wiederentdeckt" und aufgebaut, bzw. restauriert.

Um etwas tiefer in die Geschichte dieser wiederaufgebauten Fahrzeuge einzugehen, erst einmal eine Einleitung:
An für sich waren die Werks TR4 Rallyeautos nicht unbedingt etwas ganz besonderes. Sie waren zwar für vordere Plätze gut, aber einen Gesamtsieg bei einer Rallye konnten sie nie erringen.
Weshalb sie dann auch nie so wertvoll waren und beachtet wurden, wie Fahrzeuge, welche einmal einen Gesamtsieg erringen konnten und somit Geschichte schrieben.
Die vier Fahrzeuge waren nichts anderes verbesserte Serienwagen. Die Außenhaut der Wagen bestand im Gegensatz zur Serie aus Aluminiumblech. Die Alublechteile wurden zwischen der laufenden Serienpressung der Stahlblechteile gefertigt.

Die Rahmen erhielten Verstärkungen, um den harten Rallyestrapazen standzuhalten und wurden zur besseren Rissprüfung weiß lackiert.
Des weiteren wurden stärkere und längere Federn eingesetzt, um den Fahrzeugen etwa 1 Inch mehr Bodenfreiheit zu gewähren. Alle Motoren wurden vom Haustuner Sid Hurrel getunt (erste Rallye 2 Liter Motoren, dann 2,2 Liter Motoren, für die letzte Rallye, die Shell 4000 wurden drei Fahrzeuge wieder mit den 2 Liter Motoren bestückt) und im Laufe des Jahres 1963 mit Weber Vergasern ausgerüstet. So erzielten die 2,2 Liter Motoren etwa 135-145 PS.
Die britischen Fahrer holten die Fahrzeuge oftmals vor den Rallyes direkt im Werk ab, um mit diesen von ihrem Wohnort zu den Veranstaltungen zu gelangen. John Sprinzel nutzte 1962 diese Gelegenheit, um den Motor seines Rallyewagens (3VC) bei Sid Hurrel eines Sondertunings zu unterziehen. Er bekam einen besonders gut bearbeiteten Zylinderkopf in seinen Motor eingebaut.
5VC war Teamcar No.1 mit Jean-Jacques Thuner als Fahrer und John Gretener als Beifahrer. 5VC war somit auch gleich Versuchsträger und Wegbereiter für die anderen drei Fahrzeuge. U.a. weil das Fahrzeug dem Werk außerhalb der Rallyes immer zur Verfügung stand. Wenn etwas neues ausprobiert wurde, dann erst in 5VC. Bewährten sich die Änderungen, wurden sie auch in die anderen Fahrzeuge implementiert.

4VC war wie 3VC und 6VC mit einem britischen Team besetzt.

6VC war ursprünglich als Ersatzauto gedacht, sprich als rollendes Ersatzteillager. Verschiedene Umstände sorgten jedoch dafür, das 6VC wie die anderen Fahrzeuge eingesetzt wurde.
Bei der Rallye des Alpes 1963 verunfallte der Wagen und wurde so stark beschädigt, das ein komplett neues Auto aufgebaut wurde. Da es sich um ein komplett neues Auto handelte, bekam es auch ein neues Typenschild mit neuer Nummer, behielt aber das alte Kennzeichen 6VC bei.
Während der RAC Rallye im November 1963 verunfallte der Wagen wieder, überschlug sich dabei und wurde anschließend in der Wettbewerbsabteilung, dem Competition Department, unter Zuhilfenahme von Teilen aus 4VC für die Rallye Shell 4000 in Canada wieder aufgebaut.
Hierzu bekam 6VC, wie auch die beiden anderen für diese Rallye gedachten Fahrzeuge einen neuen Rahmen. Dieser wurde entgegen den Vorbereitungen der vorherigen Rallyes nicht mehr weiß lackiert, sondern im schwarzen Lack belassen, da die Fahrzeuge nach diesem Einsatz verkauft werden sollten. Die Verstärkungen wurden eingeschweisst und der Rahmen wurde von Hand schwarz nachlackiert.
Neue Stoßdämpfer aus dem Hause Koni wurden eingebaut und gleichzeitig wurden die drei Fahrzeuge auf Linkslenkung umgebaut.
Schließlich erhielten sie die 2 Liter Motoren aus ihrem ersten Einsatz und die bis dato montierten Speichenräder mussten 5 inch breiten Stahlscheibenrädern weichen.
Die für die Innenraumbelüftung angebauten Lufthutzen wurden durch Klappen ersetzt.


Um mehr über die Vergangenheit von 5VC zu erfahren, wurden Recherchen besonders in den USA durchgeführt. Dabei gab es auch einige Hinweise über den Verbleib der anderen Autos, hier 3VC und 6VC.

Entgegen den meisten bisherigen Veröffentlichungen über diese Fahrzeuge, die Ausnahmslos durch die Besitzer selbst iniziiert wurden, ergaben die Recherchen teilweise ein völlig anderes Bild.

4VC:

Beginnen wir jedoch mit 4VC, dem Fahrzeug welches 1964 nicht in die USA verschifft wurde, sondern in England verblieb, dessen Werdegang dank der kontinuierlichen Veröffentlichungen seines heutigen Besitzers am besten nachvollzogen werden kann.

4VC gehörte ursprünglich zur permanenten Einsatzflotte von 3 Fahrzeugen (3VC, 4VC, 5VC). 4VC war jedoch desöfteren verunfallt und musste immer wieder aufgebaut werden. Das Fahrzeug wurde anders als die anderen Fahrzeuge wohl auch bei nationalen Rallyes eingesetzt. 1963 verunfallte das Fahrzeug bei einer solchen Rallye und musste neu aufgebaut werden.
Im Jahre 1964 wurde es an einen Mitarbeiter von Triumph verkauft, der schon die ersten Umbauten an der Vorderachse vornahm und es einige Jahre bewegte. Nach einem Zwischenverkauf gelangte es schließlich zum heutigen Besitzer. Dieser bewegte das Auto über viele Jahre und tauschte im Laufe der Jahre die Hinterachse, das Getriebe und schließlich auch den Motor aus. Auch der interessante Bremskraftverstärker ist auf diesem Weg wegen Funktionslosigkeit abhanden gekommen.

Bei einem Diebstahl des Autos wurde die Front stark beschädigt, so dass auch die Alukotflügel und Motorhaube ordinären Stahlblechteilen weichen mussten. Ebenso der Frontgrill, der durch einen TR4A Grill ausgetauscht wurde. Die Weber Vergaser wurden irgendwann einmal durch SU Vergaser ersetzt, die Räder durch TR6 Räder.

Anfang der Neunziger Jahre wurden die Überreste des mittlerweile stark durch Korrosion zersetzten Autos zu einer Triumph- Reparaturwerkstatt verbracht, um 4VC wieder ein neues Leben zu ermöglichen.

Der stark korrodierte Rahmen wurde durch einen anderen, besseren Rahmen ersetzt. Die Änderungen am Originalrahmen wurden kopiert und in den neuen Rahmen implementiert.
Bei der Karrosserie ging man wohl ähnlich vor. Die neuen vorderen Kotflügel bekamen Lufteinlässe, wie sie bereits 1963 integriert waren. Von der Innenausstattung wurden die Sitze und das Armaturenbrett übernommen.
Seltsamerweise verfügt das Fahrzeug nicht einmal mehr über das originale Typenschild.
Im Grunde genommen handelt es sich nun bei 4VC um eine Kopie des Originals mit einigen Originalteilen. Aufgrund der nachvollziehbaren und durchgängigen Besitzerschaft gilt das Fahrzeug in England allerdings als original. Dabei muss die Frage erlaubt sein; Wie viele ursprüngliche originale Teile benötigt ein solches Auto, um noch als Original zu gelten, oder den Anspruch zu haben ein Original zu sein?



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4VC im heutigen Zustand Modifizierte Kofferklappe (nachträglich eingebrachte Scharnierpressung)  Inneneinrichtung mit Sitzen von 1962 und späteren Teilen Blick in den Motorraum von 4VC Modernes neues Typenschild


5VC (CAG410):

Das nächste in Europa aufgetauchte Fahrzeug war 5VC, welches im Jahre 1994 als Restaurierungsobjekt neben einem weiteren TR4 von einem amerikanischen GI nach Deutschland verbracht und ab 1998 restauriert wurde. Diese Geschichte ist hinreichend beschrieben worden und muss hier nicht noch einmal wiederholt werden.

In Stichworten jedoch der Vollständigkeit halber:
Juni 1964 verkauft an einen Triumph Händler in Rochester, der es in den folgenden Jahren in einigen Rallyes einsetzt und Ende 1969 oder 1970 an einen Freund verkauft, einige Monate später Weiterverkauf. 1976 wieder Besitzerwechsel. 1992 Auffindung und Kauf des Fahrzeuges, wobei laut Besitzer die Bezeichnung Fahrzeug als übertrieben galt. 1994 Export nach Deutschland, 1998 Besitzerwechsel zum heutigen Besitzer und beginn der Restauration. 2002 Fertigstellung der Restauration und Wiederzulassung.

Nach wie vor wird das Auto allerdings von einem bestimmten Kreis, der sich vor allen Dingen um die "wiederaufgebauten" englichen VC Autos findet verleugnet und dessen Echtheit rigeros abgestritten.
Obwohl deren Hauptargument, die vermeintliche Verschrottung des Fahrzeuges direkt nach der Rally Shell 4000, auch durch Fotos und Zeitungsberichte widerlegt werden konnte, da das Auto auch noch einige Jahre danach in verschiedenen Rallyes bis ca. 1970 eingesetzt wurde.

Einer der heutigen Besitzer von 3VC wollte sogar noch vor einigen Jahren selbst Überreste von 5VC in den USA gefunden haben, um den vorhandenen 5VC zu diskreditieren. Allerdings wollte er nur ein paar unbedeutende verrottete Karosserieteile ohne Front und Heck sowie ohne Typenschild und ohne ein Aluminiumblechteil entdeckt haben.
Das einzige Erkennungsmerkmal sollte eine beschädigte Aluminiumlufthutze vor dem Frontscheibenrahmen gewesen sein sowie ein Karton worin sich der Bremskraftverstäker aus Aluminium befunden haben sollte. Leider war ihm bei der Erfindung dieser Geschichte nicht bekannt, dass die Autos 1964 ohne die Lufthutze, stattdessen mit einer Klappe in die USA verschifft wurden.
Man kann wohl davon ausgehen, dass auch massive finanzielle Interessen im Hintergrund stehen. Denn in einem Internet Blog wurde diese Person zitiert, das sie nun selbst 5VC besäße und aufbauen würde. Fotos davon wurden natürlich bisher nicht veröffentlicht. Des weiteren steht vielleicht auch die Reputation eines Händlers auf dem Spiel, der erst durch die "Restaurierung" der VC Autos und den Verkauf von Replikateilen eben dieser VC Autos einen überregionalen Bekanntheitsgrad erlangen konnte.

Bei einem Meeting am Nürburgring im Jahre 2011 traf ich den Mitbesitzer von 3VC und just als er die Motorhaube "seines" 3VC öffnete, nahm ich geschwind die Kamera und tat so als ob ich den Motorraum abfotografieren würde.
Dabei meinte ich dann ironisch, ich müsse schnell alles fotografieren, damit ich meinen Nachbau komplettieren kann.

Während ein dritter Beteiligter Brite bei meinen Worten grinste, überhörte der Fahrer von 3VC jedoch wohlwollend den beißenden Unterton meiner Bemerkung und verstand es als Geständnis für einen Nachbau. Fortan beschickte er in Foren und sonstigen Medien nun das von mir persönlich ergatterte vermeintliche Geständnis für einen Nachbau erhalten zu haben.

In diesem Zusammenhang sei natürlich erwähnt das auch 5VC keinesfalls den Nachweis auf kompl. Originalität erbringen kann.
Es konnte bisher nur teilweise herausgefunden werden wer Teile an diesem Auto im Laufe der Jahre ausgetauscht hatte. Einige fehlende und bereits mit Serienteilen ausgetauschte Teile wurden durch mich mit Replikateile, die vom besagten engl. Händler stammen ersetzt.

Diese Teile wurden jedoch nie nachträglich als original benannt. Anders als jedoch bei den in England befindlichen Fahrzeugen wurden offen alle dafür in Frage kommenden Experten, bis hin zu den ehemaligen Fahrern zu Rate gezogen, wobei einige immer wieder auf Angaben des englichen Händlers hinwiesen. Besonders interessant auch in diesem Zusammenhang die bei einem Triumph Treffen in Arcen/NL 1999, nach Vorlage eines Fotoalbums des teilzerlegten Fahrzeugs abgegebene mündliche Expertise eines Authors, welcher selbst einmal als Teamchef bei Triumph fungierte und diese dann anschließend nach Rücksprache mit besagtem Händler schriftlich zurück zog.
Noch Fragen?

6VC (CAG409):

Bei diesem Fahrzeug handelt es sich jedoch um ein Kuriosum.

Denn der Wagen 6VC (CAG409) wurde bei der Rallye Shell 4000 stark beschädigt. Neben mehr oder weniger starken Beschädigungen am Blech wurde der Rahmen bei einem Aufprall durch einen Strassenversatz derart beschädigt, dass Vorderachselemente teilweise abrissen und sich der Rahmen diagonal verschob.
Die Fahrer behalfen sich damals mit schweren Draht, um das Fahrzeug weiterhin in der Wertung zu halten. Da die Kolbenstangen der Stoßdämpfer jedoch verbogen waren und das Fahrzeug nicht mehr einwandfrei geradeaus lief, ist es nur dem fahrerischen Geschick der Mannschaft zu verdanken, dass sie überhaupt das Ziel der Rallye sahen und in Wertung blieben.

Nach der Rallye wurden alle drei Fahrzeuge zu einem Stützpunkthändler nach Ohio und von dort aus zum Importeur Ostküste nach New York verbracht.
Nur einen Monat später inserierte der Importeur zwei der drei Fahrzeuge, wobei fälschlicherweise die Fahrzeuge 3VC (CAG 408) und 6VC (CAG409) inseriert wurden.
Ein Triumph Händler aus Rochester Namens Dick Zwitzer kaufte die beiden Fahrzeuge für je 3000 US $, wobei sich herausstellte, dass es sich um die Fahrzeuge 3VC (CAG408) und 5VC (CAG410) handelte.
Das starkbeschädigte dritte Fahrzeug hätte er seinen Angaben nach auch gerne gekauft, jedoch war es wohl nicht mehr vorhanden. Es gab jedoch Hinweise das bald nach der Rally Shell 4000 ein powder blue farbender ex. Rallye Triumph zum Ausschlachten auf einem Schrottplatz irgendwo im Staat New York gesichtet wurde.

Bis Anfang der Neuziger Jahre ein Auto in England genau dort auftauchte, wo zuvor der Wagen mit Kennzeichen 4VC "restauriert" wurde. Interessanterweise besaß dieses Fahrzeug welches inzwischen durch Selbstzertifizierung des Besitzers das Kennzeichen 6VC erhielt, zu dieser Zeit kein einziges Blechteil aus Aluminium, ausser einer neugepressten Kofferraumhaube und einer Lufthutze vor dem Frontscheibenrahmen. Motor und Getriebe waren nachweislich ebenso wenig original. Das Typenschild des Fahrzeuges war ein nachgefertigtes bedrucktes Neuteil, welches nicht die amerikanische Identnummer trug, sondern die letzte engliche.
Auch die Innenausstattung schien bis auf 2 oder 3 Originalteile die vermutlich beim Neuaufbau von 4VC anfielen nicht mehr die originale.

Die Mutternkäfige zur Befestigung der Pedalerie auf der rechten Seite waren mit Popnieten angebracht, so das man vermuten kann, dass es sich bei der Karosse um eine Linkslenkerkarosse handelte. Das Fahrzeug stand auf American Racing Felgen die der Besitzer zuvor in Deutschland von einem Triumph Enthusiasten erwarb.
Interessanterweise sollte das Fahrzeug bei Auffindung jedoch noch die alten Koni Stoßdämpfer, datiert mit 1963 und 1964, montiert gehabt haben, welches auf Grund der bekannten Schäden jedoch stark verwundert.
Im Laufe der Jahre wurde das Fahrzeug immer weiter modifiziert und dem Zustand der Werkswagen etwas angeglichen.

Sehr interessant erscheint hier der Bericht von Ed Homsey, der als Navigator neben Gordon Jennings im 6VC die Rally Shell 4000 in Kanada bestritt.
Er beschreibt seine Erlebnisse während der Rallye und auch die Schäden die der Wagen während dieser Rallye erfuhr. Er selbst bezweifelt, dass der Wagen je wieder instandgesetzt wurde und untermauerte mir gegenüber auch den Wunsch von Dick Zwitzer, alle drei Fahrzeuge kaufen zu wollen, jedoch nur noch zwei Autos vorfand. Als der engliche Händler in den Neunzigern bei Ed Homsey bezüglich Informationen über das Auto anfragte und Ed ihm seine Eindrücke über das Auto mitteilte, erlosch sofort das Interesse nach weiteren Informationen. Erst wieder in den Zweitausendern schrieb ihn der Mitbesitzer von 3VC an, um Informationen über die Autos zu erhalten.


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6VC im Jahre 1996 (keine Scharnierausbuchtung für große Scharniere an Karrosserie) Scharnierapplikationen 1996  6VC im Jahre 2004 Die Kofferraumscharnierauflagen im Jahre 2004 Motorraum 1996
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Motorraum 2004 - (Man beachte das aufgesetzte Aluminiumschild welches die originale Motornummer verdecken soll), TR6 Getriebe eingebaut 2004 - Zweikreisbremssystem, Rechtslenkerapplikationen mit Popnieten befestigt, TriumphTune Ansaugkrümmer, neuere Weber Vergaser u.v.m.  2004 - Innenansicht 6VC - 1996 Lufthutze - 1996



3VC (CAG408):

3VC (CAG408) wurde zusammen mit 5VC (CAG410) von dem Triumph Händler Dick Zwitzer in Rochester, im Juni 1964 gekauft und direkt aus dem Competition Department, Ostküste New York abgeholt. Während der Dick Zwitzer 5VC (CAG410) für sich selbst behielt, verkaufte er das andere Fahrzeug 3VC (CAG408) an einen Kunden der es rasch bald dunkelblau lackierte und bei örtlichen Rallye Veranstaltungen einsetzte. (siehe Foto)
Vermutlich wurde das Fahrzeug bis Ende der Sechsziger Jahre gefahren und dann als Ersatzteilspender bei Best Motors in Rochester zerlegt. Als in den Achtziger Jahren die Firma Best Motors die Tore für immer schloß, bediente sich ein findiger Mensch der Überreste von 3VC (CAG408) und ließ 1991 in einer kleinen Autowerkstatt in Mexico bei Syracuse (Upstate New York) einen vorhandenen linksgelenkten TR4 mit den bei Best Motors aufgefundenen Teilen aufbauen.
Im Jahre 1996 gelangte dieses Auto schließlich zum gleichen Händler nach England der zuvor bereits 4VC und 6VC "restaurierte". Auch dieses Auto wurde wieder durch ihn selbst und seinem Freund, dem Author zertifiziert und bekam das Kennzeichen 3VC.

Interessanterweise gab der engliche Besitzer in einem Oldtimer Magazin an, wie er das Fahrzeug und die von dem Fahrzeug getrennten Typenschilder in den USA fand und beschrieb sogar leichtsinnigerweise den angeblichen Zustand des Fahrzeuges.

Das Fahrzeug wurde auf Rechtslenkung umgebaut und besitzt wie die übrigen englichen VC Autos kein originales Typenschild und ist mit der letzten englichen Fahrgestellnummer zugelassen.
Unzweifelhaft beinhaltet das Fahrzeug jedoch einige Teile des originalen 3VC (CAG408).
Einer der ehemaligen Fahrer, welcher einen der Rallyewagen zwischen 1962 und 1964 einsetzte und heute eine große Autogarage in der Schweiz betreibt, erzählte mir von einer Begegnung mit dem engl. Händler, der einen Besuch bei ihm nutzte, um seine beiden Wagen 3VC und 6VC vorzustellen. Bereits nach einer kurzen Untersuchung der Fahrzeuge, bei der auch sein ehemaliger Co-Pilot anwesend war, zweifelte er die vorgegebene Identität beider Fahrzeuge an.

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3VC (CAG408) bei einem Autocross 1964
(wird von engl. Händler heute als 6VC angegeben)
3VC 2004 am Nürburgring  Scharnierausprägung in Blech Blick in den Motorraum (nachgebaute Motorhaube) Ursprünglich eine originale Linkslenkerkarosse, fehlender Bremskraftverstärker, neues Typenschild


Thema Bremskraftverstärker: Alle 4 Werkswagen wurden im Laufe des Jahres 1962 mit einem Bremskraftverstärker vom Typ Moto-Vac ausgestattet. Dieser Bremskraftverstärker war ein Zubehörteil, welches auch in der TR4 Ersatzteilliste erwähnt wird. Auch in den Homogolationspapieren ist er eingetragen.
In 5VC war er noch eingebaut als ich das Auto bekam. Der engl. Author hat mir allerdings bereits 1999 auf der S.T.E.R. Rally erzählt, das der nicht original sein kann, da die Werkswagen damit nicht ausgestattet wurden. Als ich ihm ein Foto eines Werkswagen zeigte, aufgenommen 1964, verneinte er abermals und verwies darauf dass das Auto auf dem Foto kein Werkswagen sei. Es war das Foto auf dem sich Kas Kastner über dem Motorraum beugt. Auch Jean-Jaques Thuner konnte sich nicht mehr daran erinnern, räumte aber ein, das es schließlich schon einige Jahrzehnte her sei und Erinnerungen können trügen. Die engl. VC Wagen haben keinen und so sind sich alle einig, es waren nie welche montiert. Später wurde dann behauptet, dass nur im 3VC einer montiert gewesen sei. Geschichten...

Es kann halt nicht sein was nicht sein darf. Wer die Bilder genau studiert, wird erkennen das zumindest ab 1963 die Bremskraftverstärker in allen vier Wagen montiert gewesen sind.








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